Vorlesung im Kino

Vorlesung im Kino

Die Politik des Ästhetischen bei Pier Paolo Pasolini

Pier Paolo Pasolini (1922-1975) gilt als einer der wichtigsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts, dessen lyrische, literarische, essayistische und kinematographischen Arbeiten in den letzten Jahren wieder verstärkt gelesen und geschaut werden. Das liegt daran, dass bei Pasolini die Widersprüche des Kapitalismus wie des Kommunismus scharf analysiert werden, indem Themen des Klassismus und der Intersektionalität, die heute wieder im Vordergrund stehen, schon für die italienische Gesellschaft der 1950er bis 70er Jahre im Vordergrund stehen. Pasolini hat mit seinen Romanen, Gedichten und Filmen eine ebenso unverwechselbare Poetik geschaffen, wie er durch sein konkretes gesellschaftspolitisches Engagement die italienische Gesellschaft polarisierte.

Die Vorlesung will die Studierenden in den ästhetischen Kosmos des Filmemachers auf der Grundlage der italienischen und europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts einführen und seine Aktualität mit ihnen diskutieren. Wir werden dazu in jeder Sitzung gemeinsam einen Film Pasolinis schauen, den ich anschließend analysiere und auch auf seine Romane, Gedichte und Essays sowie seine kinotheoretischen Schriften und sein publizistisches Engagement beziehe.

Jede Sitzung der Vorlesung besteht aus einer Einführung, einer Filmvorführung und einer anschließenden Vorlesung mit Diskussion; sie dauern je nach Filmlänge drei bis vier Zeitstunden.