4 Uhr morgens im Wald (OmU)

Der knorrige Forst ist so zackig wie sein Name – er will nicht beliebt sein, sondern sein Leben in vollen Zügen genießen. Sein schnelles Auto ist ihm wichtiger als Freunde, sein Lebensweg verläuft auf der Überholspur – bis zur Vollbremsung.

 

Von heute auf morgen schmeißt Forst unvermittelt alles hin, lässt Job, Wohnung und Besitz zurück und lebt fortan unter primitivsten Bedingungen als Eremit im Wald. Sein einziger Begleiter ist ein dreibeiniger Hund. Aber der Wald ist keine Wüste, er lebt – er bietet Schönheit und Grausamkeit und vor allem kommen immer wieder Besucher. So wie die Prostituierte Nata, die seine harte Schale zu knacken versucht, und das Mädchen Jadzia, das sich ihm an die Fersen heftet und Stück für Stück ein Geheimnis aus Forsts Vergangenheit enthüllt, das sein Verhalten erklären könnte.

 

Regisseur und Kameramann Kolski ist mit Filmen bekannt geworden, die wie aus Zeit und Raum gefallen sind und irgendwo in der Provinz mit wenigen Figuren existenzielle Fragen behandeln. Auch hier läuft er wieder zu großer Form auf, hört der Natur aufmerksam zu und bildet meisterhaft unterschiedliche Facetten des Waldes ab. Sein kleines Ensemble, allen voran Krzysztof Majchrzak (der schon für David Lynch vor der Kamera stand) als zerrissene Hauptfigur Forst, treibt er mit sparsamen Mitteln zu Höchstleistungen an.

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FSK n.n. / 97 MINUTEN